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Ausführliche Beschreibung zur 2. Pilgerreise – Zeitreise in die fränkisch-schwäbische Alp

Pilgern zu Orten der Kraft - In der fränkisch-schwäbischen Alp

Auf dieser Reise können wir den Genius jeden Ortes erleben als etwas, was Geschichten erzählt. Wir können tief eintauchen in die Wahrnehmungen der Umwelt, die tief im Gemüt der damaligen Menschen verankert waren. Der Zeitgeist hat dies in den noch erhaltenen Grundmauern und sonstigen Überresten gespeichert. Zum Verständnis hier eine Einführung in das, was ein Genius ist.

Eine Kurzbeschreibung des Genius Loki – dem Geist des Ortes.

Odin gleich Wotan

In Schauern bebt’ und zuckte noch das All das Götterruf zum Lebens-Sein erregte,
durch Odins Seele zog als Wiederhall Naturgewalt, die schöpferisch bewegte:
Denn was er tat, was in der Welt entstand
Als Einheit sich mit seinem Selbst verband.
Er lebt in allem, das durch ihn belebt
Als Stoff und Geist den Weltenraum durchwebt.


Über solche Verse können wir verstehen, den Genius als schöpferisch, höchste Geisteskraft zu sehen – direkt aus dem Herzen der Schöpfung.

Es gibt im neuzeitlichen Mythos der Weißen Bruderschaft ähnliche Aussagen. Da gibt es den „Stillen Wächter“ – den Namenlosen – der auf der Grenze zwischen Hell und Dunkel, zwischen Gut und Böse harrt – als Brücke für jeden Menschen, der aus dem Reich der Dunkelheit ins Reich der Erleuchtung wandernd sich bemüht. Er ist der große, stille Wächter, der über das gesamte Menschenreich wacht. Und es gibt noch viele kleine, stille Wächter, die das Schicksal von kleineren Orten betreuen. Sie halten das vollkommene Bild der Wandlung aufrecht - die Matrix für eine Stadt oder eine Gegend.

Dabei spielen die alten, germanischen Nornen eine besondere Rolle im Ätherreich der Erde: Im Massiv des Unterberges bei Berchtesgaden sah ich den mit deutschem Erleben getränkten Schicksalsstrom in die Erde fließen. Man sagt dem Unterberg nach, er sei der deutsche Schicksalsberg. Derselbe Ätherstrom, der für mich sichtbar in blutroter Farbe in den Untergrund fließt, kommt als weißer gereinigter Strom wieder an das Tageslicht. Ein weißer Löwe bewacht diese Stelle. Ich stelle die Behauptung auf, die Nornen transformieren an solchen Stellen dieses, unsrige Schicksal.

     

Die Schicksalslinien


Und der Blutstrom wogte schnell und heiß im unbegrenzten Wallen
Fortreißend Felsen und Trümmereis durch Spalten, Höhlen und Hallen.
Zuweilen glitt in den Schlund der Nacht da wo der Abgrund gespalten
Ein goldener Glanz voll heller Pracht, beleuchtend des Urkampfs Gestalten.
Hei wie das tobte, wie das kracht, im wüsten Grollen und Hadern.
Wenn der Strom sich wühlt in den tiefsten Schacht, in des Weltgrunds innerste Adern. 


Dieser Schöpfungsmythos scheint ununter-brochen zu walten – stets Schicksalserleben verwandelnd in Weisheit. Mit dem Wissen um das, was ist, strömt der Ätherstrom zurück über die Lande, den Menschen ebenfalls Wandlung anbietend – der Zeitgeist als reale Bildekraft? Wie im Nornengesang besungen: Das Schicksal breitet die Fäden aus, die die Nornen vor- und rückwärts senden. Aus „Weltalls Geist in Form gebannt“ – „der höchste schöpferische Geist“ – sagt aus, dass ein Genius unsterblich ist.

Der Mensch bestand nach antiker Glaubenslehre aus einem sterblichen und einem unsterblichen Teil: seiner Persönlichkeit und seiner Seele. Unsere Persönlichkeit wirkt jeden Tag durch uns. Sie schöpft ihr Verhalten aus den Erfahrungen und reagiert entsprechend. Wir kennen sie sehr gut, denn wir erleben sie täglich in unseren Handlungen, Gedanken, Gefühlen. Sie bestimmt direkt unser Leben.

Die Seele jedoch ist ein Raum in uns, der entsprechend unserem „guten Taten“, unserer Selbsterkenntnisse und daraus folgenden Reaktionen indirekt unser Leben bestimmt. Wir sind nicht die Seele, wir sind nicht unser Körper. Wir haben eine Seele, wir haben einen Körper. Der Seelenteil ist unsterblich – jedoch auch unberührbar – immer rein bleibend. Sie ist so etwas wie ein eigenständiges Wesen, wie ein Buch, eine Matrix, die aufzeichnet, was geschieht. Wer sind wir? – Wir sind reiner Geist, der sich meistens mit der Persönlichkeit identifiziert, um diese Welt zu erfahren. Ein winziger Bewusstseinsfunke, der wachsen will. Der Genius der Weltenseele muss ebenso ein gewisses Eigenleben führen. Auch er ist eher dem männlich, göttlichem Geist ähnlich – vielleicht wie unsere innere Wirklichkeit, die eine Abspaltung des großen Geistes ist, der winzige Bewusstseinsfunke, der ich bin und bleibe, solange ich ihn nicht zu mehr entfalte – mithilfe der Aufzeichnungen? Am Ende des Weges?

Die australischen Ureinwohner gehen davon aus, dass der Leib der Erde von Wesen geschaffen wurde, die jeweils als Abschluss ihrer Aufgabe, einem Fokus ähnlich, sich in der Landschaft selbst darstellten. So ist der Fenriswolf aus der Edda in der Landschaft von Schleswig Holstein abzulesen. Nach australischer Lehre könnte dort in Schleswig Holstein der Fokus der höchsten, schöpferischen Kraft der Wölfe für die Erde sein – als Sitz der Wolfsdeva, des Wolfsgenius.

Überall finden wir die Arbeit der drei Nornen – die Geschichte des Ortes überlagert als Atmosphärisches – als informierten Raum des Genius der Landschaft.

Sagen und Märchen eines Ortes sind oft die Eintrittskarten in das Reich des Genius Loci.

Wir leben in einer Übergangszeit – von einem Weltenjahr in das andere – vom Fische-Zeit-alter in das des Wassermann. Folgende Aus-sage zum Wandel soll Rudolf Steiner gesagt haben:


Was früher Frömmigkeit war – heißt heute unbedingte Wahrhaftigkeit
Was früher Liebe hieß, ist heute Verantwortung für den anderen
Was früher Demut war – ist heute Schicksalsmut


Die besonderen Orte folgender Pilgerreise geben uns dieses Thema vor und werfen einige Fragen auf:

♦ Was bedeutet das für mich – Schicksal oder Karma – kann ich die Weichen der Vergangenheit neu programmieren?
Ich überdenke mein Verhältnis zu Autorität neu – was bin ich mir selbst wert?
Zeitqualitäten – von der Hingabe zum Ich-Verständnis – sind Zeitgeister reale Erscheinungsformen?
Gott schickt’s – Wo bleibt da die Freiheit?
Verantwortung – Souveränität – leicht und selbstverständlich
Die neue tragende Qualität: Mutter Erde oder Sophia Universum?
Erkenntnisse, die erneuern und Kraft für den weiteren Lebensweg geben
Über den Weg nach innen in ein neues Universum?


1. Etappe - Löwenstein:

Orte mit dem Namen Löwe deuten oft auf die besondere Linie der Nornen hin, die ich Schicksalslinie nenne. Diese Ätherströme sammeln das gelebte Schicksal einer Nation. An solchen Orten gibt es unterirdisch besondere Stellen – hier sitzen die Nornen und spinnen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer Erlebnisqualität. Gerade in unserer Zeit kann eine solche Kraftquelle uns helfen, dem Erlebten das Traumatisierte zu nehmen und zu einer bewältigten, wertvollen Erfahrung machen. Das Alte endlich hinter uns zu lassen.  Ein weißer Löwe steht als Archetyp für Neubeginn.

       
2. Etappe - Murrhardt:

Diese Kirchen sind oft beschrieben worden. Nicht umsonst, denn hier können wir in die Epochen der Menschheitsentwicklung eintauchen, in die Merowingerzeit der Hingabe – die Karolingerzeit des Erwachsens des Ich-Bewußtseins, die uns vermitteln können, was uns fehlt, was wir gerne fühlen möchten, unser Verhältnis zu Seinsqualitäten vermitteln und vieles mehr.

 

 

3. Etappe - Der Ochsenhau:

Ein Ort der Wasserscheide und für uns evtl. der inneren Wende. Diese Orte Wendel – Wandel – verströmen die Kraft des Wandels. Ein besonderes Erlebnis: der Gottschicksbrunnen – und gleich nebenan, das Naturdenkmal einer Wassernymphe.


4. Etappe - Kloster Lorch:

können wir unser Verhältnis zu Autorität auf die Waagschale werfen und unser Verantwortungsbewusstsein neu ordnen. Ein ehemaliger Ort der Einweihung. Wer den Genius dieses Ortes erobert, kann beinahe real in diese Zeitepoche eintauchen und zum Hier und Jetzt erheben.
 
       

 

      

5. Etappe - St. Salvator: 

Bei Schwäbisch Gmünd –eine Einsiedelei und die Trinität der Erdenmutter – ein Naturtempel mit dem Blick in magna mater – den Schoß der lebendigen Göttin.


6. Etappe - Der Hohenstaufen: 

Ein Berg, der nur über den Inneren Weg Geheimnisse preis gibt. Fühlt man in den Berg hinein, erleben wir Weite.
 



Bibliographie:

Verse aus: Odin- Weltbildverlag
Schwellenerlebnisse – Grenzerfahrungen Straube-Hasselberg
Sauerland-Sternbilder: Der Himmel unter uns Thiele-Knorr
Genius Loki – Elke Lopes