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4. Pilgerreise – Sternenwanderung Jungfrau

der auf die Erde projizierte Nordhimmel im Sauerland


Für dieses Jahr noch kein Termin

Preis: In Doppelzimmern 500,- €

In akribischer Arbeit hat Wolfgang Thiele – Autor des Buches „Der Himmel ist unter uns“ - herausgefunden, warum in dieser damals so unwirtlichen Gegend so viele romanische Kirchen gebaut wurden: Auf vorchristlichen Stätten finden wir die Anordnung von Sternbildern des nördlichen Sternenhimmels wieder. Hier wandern wir auf den Spuren eines altgermanischen Heiligtums der Größenordnung, die wir in Stonehenge und Avebury wieder finden. Diese alten romanischen Stätten haben eine Stille in sich, die jeden Meditierenden sofort in ihren Bann ziehen. „Meine innere Stille“ ist das Thema dieser Reise.



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Ausführliche Beschreibung zur 4. Pilgerreise - Sternenwanderung Jungfrau

      

 

 

 

 

Stonehenge
im
Sauerland


Auf dieser Pilgerreise zu Orten der Kraft ist vor allem beeindruckend die alte Kirche von Wormbach, deren Grundstücks-Maße mit den Maßen von Stonehenge in England übereinstimmen und ebenfalls auf dem 51. Breitengrad liegt, herausgefunden und akribisch genau vermessen von Wolfgang Thiele, dem Autor des Buches, der "Himmel ist unter uns". Die Sternbilder des nördlichen Himmels der Megalithkultur ist hier auf Erden in Orten der Kraft wiederzufinden, auf denen während der Romanischen Epoche Kirchen und Kapellen gebaut wurden.

In Wormbach selbst finden wir die Kraft des alten Steinkreises von England wieder. Ein trichterförmiger Einstrahlpunkt verteilt diese Kraft. Unter dem Lindenkreis der das Grundstück umfriedet, wird der alte Steinkreis vermutet. Schon in vorchristlicher Zeit haben die Menschen endlos weite Wege auf sich genommen, um ihre Toten hier zu begraben. Es gibt noch den Soester Totenweg, sowie die Heidenstraße, die heute der Jacobs-Pilgerweg ist und die Krieger- oder römische Straße.

Das Thema dieser Pilgerreise ist "Die Jungfrau und der Drache" – da der Begriff Jungfrau meist in Zusammenhang mit Drache steht. Der Name Worm leitet sich zudem von Wurm – Lindwurm – Drache her. Die Kirche in Wormbach repräsentiert einen Stern und zwar den "Delta Virgo".

Andere Sternzeichen sind im Sauerland zu finden in gleicher Weise, indem die alten heidnischen Orte mit romanischen Kirchen überbaut wurden:

Die Jungfrau - der Löwe - die Waage - der große Wagen - der Drache   und nicht so bekannt: Jagdhunde, Bärenhüter u.a..

      Die Jungfrau-Kirchen, die wir geomantisch erwandern, sind in:

Berghausen
Elspe
Wormbach
Dünschede
Burbecke
Attendorn
Schmallenberg
Oberkirchen
Grafschaft
Lenne
Oberhundem
 


Die Erdenkräfte – Muttergöttinnen

Die Kraft der Erde – Die Schlangenkraft des Ouroboros

Die Jungfrau ist mit dem Schicksal des Drachentöters eng verbunden. Noch haben wir das nicht so recht begriffen, da das Verständnis zu den Aussagen und Interpretationen der alten Religionen verloren geht. Hier eine Rückschau auf die Seelenbilder, die von Schlangenkraft bestimmt sind. Das Ziel – der Schatz – ist oft einen Jungfrau.

Das Matriachat dauerte Jahrtausende und bestimmte lange das Leben unserer Vorfahren. Es gibt da den Archetypus des Ouruboros, der Weltenschlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Sie ist das Symbol aller Kulturen von der ewigen Kette des Lebens und der weiblichen Kraft als Leben hervorbringendes Element aus den göttlichen Kraftreserven des Chaos. Am Anfang war das Chaos.

Wer jemals einen Blick in diese Urform des Chaos werfen durfte, der weiß, welch erschreckende Kraft hinter diesem Hervorbringen alles Lebendigen steckt. Auf dem Kalvarienberg St. Salvator in Schwäbisch Gmünd stehen nebeneinander Kapellen, die der Trinität der Alten Göttin gewidmet sind. Eine davon ist der roten und weißen Göttin gewidmet und eine davon der Schwarzen Göttin der Greisin, der Alten, aus der das erste Leben entstand. Diese Kapelle ist gestaltet als Grotte, mit Stuck, den Muscheln ähnlich, entsprechend dem Mythos, dass alles Leben aus dem Wässrigen, dem Fruchtwasser des weiblichen Schoßes oder der Ursuppe kommt. 
   

In dieser Grotte ist man der weiblichen Schöpferkraft sehr nahe, und wenn man Pech/oder Glück hat, ist man ihr erbarmungslos ausgeliefert. Man kann einen Blick in das werfen, was man Chaosenergie nennt, die scheinbar ungeordnete Energieform, die potentiell alle Formen enthält. Der Anblick dieser ungeheuren Daseinskraft erfasste etwas, was man, will man es wiedergeben, symbolisch sich als viele ineinander verwobene Schlangen bezeichnen würde. Der Verstand presst dieses Unbegreifliche in eine solche Formensprache, die sich in allen Kulturen wiederholt und sich so als Archetypus darstellt. Chaos erregt Furcht. Auch ich habe diese Furcht empfunden. Nicht sofort – mitten im Geschehen war ich als Teil der Schöpfung im Ganzen inbegriffen – nur mit dem selbstverständlichen Verstehen der Dinge, die hier im Entstehen begriffen sind – immerwährend, seit ewigen Zeiten und in ewigen Zeiten. Ich war ganz im Einklang mit der Entstehung allen Lebens, im unbewussten Einssein mit dem erstaunten Gedanken wie: Aha, so entsteht Leben.

Erst zwei Tage später löste sich der tiefe Schock und mich packte das Entsetzen und übertrug dies auf alles Schlangenähnliche. Ich hatte einen Blick in den Weltenabgrund getan, den die Germanen Ginnungagab nennen.

Ich fühlte mich wie der Reiter, der des Winters über den zugefrorenen Bodensee ritt – nicht ahnend, was er da unter seines Pferdes Hufen hatte. Erst als er am anderen Ufer angekommen, und die aufgeregten Bewohner ihm mitteilten, dass er über einen tiefen See geritten, traf ihn der Herzschlag und er fiel vom Pferde. So ähnlich erging es mir. Ein Vers aus Odin-Weltbildverlag – der Germanischen Religion.


Ginnungagab – Weltabgrund

Eh der Urzeit Wasser brausten, war ein Abgrund endlos, dunkel
Statt der luftumwallten Erde, statt des Himmels Sterngefunkel,
statt Gebirg’ und Talestiefen,
die zur Herrlichkeit erkoren
Stehn im Licht lag Ginnungaga, wesensleer im Schlaf verloren.
Ginnungagab, Schreckgebilde allen Seins und aller Zeiten,
und doch sollt aus deinem Grauen
Werden und Bewegung schreiten.
Lebens-Sehnsucht rang nach Ausdruck, die zuerst aus Traum erwachte,
unbewusst, ein kleiner Funke, der des Weltalls Brand entfachte.
Langsam aus Erstarrung gleitend, schwebt als Nebel sie am Grunde
Viel zerrissen und gestaltlos irrte sie im nächt’gen Schlunde,
fluglahm aus dem finstern Chaos stieg sie auf mit matten Schwingen,
Uranfang – dem Weltenschoße Lebenswelten zu entringen.


Was ist das, was uns da Angst macht? Wir begegnen dem Bedrohlichen dieser Urform z.B. in der Farbe Schwarz, im Dunklen, in unbekannten Höhlen, in allem Unbekanntem, im Grab und auch in manchen Kirchen, die diese Erdmutterqualität aus der vorchristlichen Zeit erhalten haben und diese auch zeitweise offenbaren. Eine dieser Kirchen ist die von Kloster Weltenburg am Donau-Durchbruch. Dem Namen entsprechend werden hier Welten geboren. Das macht Angst.

Dabei erzählt die Sage der Urreligionen immer davon, dass aus dem Chaos, aus diesem noch ungeformten Nichts der puren Schöpfungskraft die Erde entstand – Gaia, Terra, Frigga und zugleich Eros oder Baldur, die Götter der Liebe und des Lichtes, das alles verbindet, was sich herauslösen wird und damit die Gnade der Verzeihung pur im Voraus – die Vergebung für alle zukünftigen eventuellen Fehlverhalten vorab.

Gaia schuf die Urgewalten aus dem Chaospotential – das Meer und den Himmel Uranus, die sie brauchte, um die Titanen zu erschaffen. Es waren zwölf an der Zahl: das männliche und weibliche Gewässer, das Potential der Sonne, das Potential der Erdmassen, die Göttin der Gerechtigkeit, auch vorab in weiser Voraussicht – als Waage zwischen allen möglichen, entstehenden Extremitäten und die beiden Geschwister Rhea und Kronos. Kronos ist dazu auserkoren, seinem Vater gewaltsam zu zwingen, die Weiterentwicklung der Erde nicht aufzuhalten. Damit war es mit dem Frieden auf der Welt vorbei. Die Erynnien, die Rachgeister wurden aus den gefallenen Blutstropfen geboren. Weiterentwicklung bezahlt mit dem Verlust des Alten. Das Leben fing so an und so ist es bis heute geblieben. Entwicklung fordert Opfer.

Die zweite Generation vertritt von jetzt an Rhea und Kronos. Sie lösen die chtonischen Gewalten ab. Sie fangen an, die Urgewalten zu differenzieren und damit zu verfeinern. Verantwortung wird aufgeteilt und in viele Hände gegeben. Damit entsteht Leben und damit Prozesse. Die Einheit wird abgelöst und Licht und Schatten kommen in die Welt und damit auch die Gefühle von Neid und Eifersucht, Wut und Krieg Trauer und Versagen.

Kronos versucht, die Einheit zu bewahren, indem er alle diese neuen Kinder verspeist, ungültig machen will. Wieder ist es die Frau, Rhea, die diesmal über ihren Sohn Zeus den Vater zwingt, die Kinder der neuen Weltordnung freizugeben. Zeus unterwirft die Urgewalten, die Titanen und zwingt sie in die Unterwelt. Er wird so zum Göttervater von allen Göttern, Halbgöttern und Menschen. Das Matriachat beginnt, Privilegien anzugeben. Es handelt sich aber immer noch um eine Naturreligion. Zeus ist für das Wetter zuständig und damit für das Gedeihen der Früchte der Erde verantwortlich. Er dient hiermit der Göttin Demeter oder Ceres, in denen man die verjüngte Gaia sah. Mutter Erde bleibt die Ernährende und gebiert immer noch alles Leben.

Alles, was unsere Augen sehen können, was unsere Hände ertasten können, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, ist Ausdruck ihrer Göttlichkeit. Es ist die ewig wandelbare, göttliche Substanz ihrer irdischen Erscheinungsform. Von Erde zu Pflanze, von Pflanze zu Zelle, von Zelle zu Körper, von Körper zu Erde. Der Tisch war einmal ein Baum – der Stuhl war einmal das Blut der Erde – Rohöl – da ist ein ewiger Wandlungsprozess im Gange. Es ist einfach wunderbar, alles, was wir sehen und anfassen ist eine verwandelte Erscheinungsform von Mutter Erde – Gaia Es gibt nichts, was nicht auf dieser Erde aus ihrer Substanz geboren wird Wir machen uns diese alltäglich Wundern nur zu selten bewusst. Wir denken allzu oft, wir sind die Schöpfer, aber dem Werkstoff ist das Geschöpfte bereits implizit. So wie ein Künstler im Stein schon die Figur sieht und sie nur heraus zu meiseln ist. Wenn wir uns das bewusst machen, haben wir bei unserer geomantischen Arbeit eine wunderbare Mitarbeiterin – Mutter Erde selbst.

In der ersten Phase der Entstehung des Lebensraumes Erde ist das Bewusstsein noch wie in einem Ei eingeschlossen. Das Ich ist im Unbewussten enthalten, umschlossen, wie das Eigelb vom Eiweiß uns Schale. Das Ich ist noch nicht geboren Dafür besteht das Leben als eine Ganzheit, einer Vollkommenheit. Der Kreis steht symbolisch für diese geschlossene Vollkommenheit. Das Ich darin ist sich seiner noch nicht bewusst. Man ist ein Teil des vollkommenen Ganzen. Man nimmt an, was ist und akzeptiert, was nicht ist. Es gibt in der Menschwerdung immer eine Parallele zur Gesamt-Entwicklung – vom Embryo zum Erwachsenen. Das Paradies entspricht dem Stadium des Embryo – der kleine Körper wächst vom Einzeller zum ausgewachsenen Körper heran – das Bewusstsein ist noch ganz ein Teil der geistigen Ebenen. Die Urfrühe der Menschheit entspricht der Urfrühe der Kindheit. Das Kleinkind wie der frühe Mensch ist der Welt gegenüber offen und die Mutter ist die Welt. Sie vertritt die Welt. Sie ist Symbol aller Dinge. Das Kind identifiziert sich über die Mutter. Es erkennt sich in ihr als Welt und seine Werdung ist zugleich das Werden der Welt. Es ist eine Welt der Dämmerung.

Dunkelheit ist in allen Weltmythen mit Vergangenheit, Ursprung gekoppelt. Dunkel und Licht entsprechen der Entdeckung des Ich. Die Entdeckung des Bewusstseins wird als Licht empfunden. Das entgültige Erkennen ist die vollkommene Erleuchtung des Seins, der erleuchtete Zustand. Er ist zugleich die entgültige Befreiung aus den Armen der Erdmutter, der Midgardschlange, des Uroboros. Die Urfrühe ist der Dämmerzustand zwischen Licht und Dunkel. Das Woher liegt im Dunkel des mütterlichen Schosses, der Höhle, im Runden. Alle diese Formen sind Symbol dieses Archetypus: Dunkel, Erde, Höhle, Grab, die Steingräber der Frühzeit, die Tiefe, der Abgrund, die Schlucht, das Untern, das Tal, der Brunnen, der See, das Meer, das Moor, das Wässrige, die Unterwelt.

Spannend ist, wenn wir uns vor das geistige Auge nehmen, womit wir heute die Unterwelt belegen – warum viele Esoteriker die Farbe Schwarz ablehnen. Diese Einstellung beleuchtet sehr deutlich unser heutiges Gefühl zu diesem Archetypus: Die heutige Unterwelt ist nicht mehr die Welt der Verstorbenen. Die haben wir in dem Himmel versetzt. Aber die Unterwelt ist die Welt der Verbrechen, die Welt des Tötens, der Sexualität in ihren Exzessen, der Abhängigkeiten z.B. einer Prostituierten zum Zuhälter, einzelner zur Mafia, eine Welt der Unterdrückung, die Furcht bereitet. Herauskristallisiert geht es dabei um unsere Gefühle der Abhängigkeit, der Unterdrückung. Treten wir aus der Kindheit heraus in die Zeit der Jugend, dann fühlen wir dies sehr deutlich: wir wollen uns davon befreien. Wir verdammen all das, wovon wir uns befreien wollen, in diese gedachte Unterwelt. Die ehemalige Unterwelt ist in den Erlöserhimmel aufgestiegen. Die heutige Unterwelt haben wir mit der Hölle belegt – das war wie die letzte Presswehe aus den Armen des Uroboros – der festhaltenden Schlangenkraft. Mit solchen Gefühlen und Gedanken haben wir uns jedoch auch von unserem Ursprung abgeschnitten. Es fällt uns schwer, uns mit den Attributen der schwarzen Göttin zu verbinden. Das macht uns eher Angst. Das entspricht genau dem Verhalten der Pubertät. Das ist so in Ordnung, nur sollten wir nicht vergessen, dass die Pubertät eine Übergangphase ist – eine Zeitspanne – und nicht die endliche Wahrheit.

Diese Vorstellung von Hölle entließ uns entgültig aus dem dunklen Bauch der Vergangenheit hinein in eine neue Vorstellung des Ich. Das war die Geburt des Ich ins Universum. Die Große Mutter ist nicht mehr Mutter Erde, es ist Miss Universum, noch jungfräulich. Es ist die zur Sofia aufgestiegene Weltenmutter. In dieser Dimension können wir uns wieder in unserer Existenz zu einem winzigen Punkt bekennen in der unermesslichen Größe des unbekannten Weltenraumes. In dieser Dimension fühlen wir wieder das Geborgene, das Nährende, Behütende der Großen Mutter, jetzt aber Königin des Weltenalls genannt. Hier ist sie die Sofia, bereit, ihre Schätze einer erwachsen werdenden Menschheit zu geben.

        Die Hippiezeit der 60er Jahre hat einen vergeblichen Versuch unternommen, zurück zur Natur, zu Natürlichen und Spontanen zu finden. Es war paradoxerweise einerseits ein Zurück zur Natur und gleichzeitig eine Öffnung aus einem engen, kosmologischen Weltbild heraus. Etwas ähnliches geschieht mit den Mittelalterfreaks – es ist kein zurück sondern ein Abschiednehmen der Vergangenheit. Hinein in eine neue Welterfahrung. Es geht um eine Verknüpfung der Wurzeln mit einer neuen Dimension.

Als reifer Erwachsener sind wir uns wieder mit jeder Faser bewusst, dass wir ein Teil des Ganzen sind – und nehmen an was ist, und was nicht ist – wie in der ersten Phase unseres Lebens – zurück im Paradies?

Noch ahnen wir nur, wohin die Reise geht. Wir stecken in einem Zeitalter des Wissen-Wollens – wie der Jugendliche. Die archaische Große Mutter teilt ihr Wissen nie mit. Sie ist das ungewissen, verschwommene, kollektive Unbewusste, in dem wir das Ich nur schemenhaft wahrnehmen. Vielleicht ist es auch das, was uns an ihr ängstigt. Wir können nichts kontrollieren, nichts überschauen, nichts wirklich verstehen. Wir können nur einfach eintauchen, kurzfristig, wie in ein warmes Bad und uns an die orale Phase unseren Kleinkinddaseins erinnern. Umgekehrt, wer sich hier noch gerne aufhält mit seinen Wünschen der Geborgenheit, der völligen Teilhabe, des Aufgehens in einer Sache, der möchte dort noch verweilen. 


Die Trinität von Mutter Erde

Die große Mutter Natur war die große Göttin der Naturreligionen. Solange die Menschen als Nomaden die Erde bevölkerten, waren sie – so sagt man – noch ein Teil der Großen Natur. Das bedeutet, dass sie in allem die große Göttin erkannten, die für sie beides, Leben und Tod, Gutes und Böses war. Die Nomaden reisten mit dem Geist der Erde. Dort wo er ruhte, ruhten sie. Dort wo er wanderte, wanderte er auch. Auf unseren Alten Straßen wandern wir meist noch mit dem Geist der Erde. Dort werden wir nicht müde, weil wir während des Wanderns mit Erdkraft aufgeladen werden.

Für diese Nomaden bestand noch kein Unterschied zwischen oben und unten, Himmel und Erde, Geist und Mensch. Jedoch geschah dieses Einssein aus einem tiefen unbewussten, träumenden Gefühl heraus, welches uns inzwischen fremd ist, weil es verloren ging, und vor allem, weil es so unbewusst geschah. Als wir Menschen sesshaft wurden, verlor sich dieses Gefühl, denn wir mussten nicht mehr mit dem Geist der Erde wandern und dort ruhen, wo er ruhte. Wir verloren dieses Gefühl, weil wir uns nun im wesentlichen auf andere Dinge konzentrieren mussten, auf die Ernte, auf die Jagd, auf einen Ort, den wir bewohnten. Mit diesem Verlieren des Wissens stieg gleichzeitig die Sehnsucht, das Verlorene irgendwie zu erfassen - so machte man sich Bilder von dem Verlorenen und aus diesen Bildern entstanden die verschiedenen Religionen. Ich spreche hier von den Volksreligionen, nicht von den spirituellen Überlieferungen Eingeweihter. Religionen sind immer der Ersatz für das Wissen um die Dinge.

Leider ist uns aus den alten Religionen nicht viel übrig geblieben, da das Wissen jeweils mündlich überliefert wurde. Vieles ist nicht einmal im Brockhaus zu finden, nur einzelnes, was regional noch erhalten ist. Jedoch gibt es immer wieder Menschen, die mühselig Puzzles zusammensetzen und einiges dieser wieder gewonnenen Geschichten wiederhole ich hier. Überliefert ist, dass die letzten Naturtempel unserer Vorfahren drei Attribute haben mussten: Eine Quelle, einen Stein oder Fels, ein Baum.

Als viele heidnische Orte mit christlichen Kirchen überbaut wurden, hat man auf Wunsch des frühen Papstes Gregor, den Heiden an ihren Orten sanft das neue Wissen um die Geistige Kraft des Christus nahe gebracht. Die alten Gottheiten wurden durchaus weiter geehrt und sind teilweise bis in unsere Zeit erhalten. Die ortsansässigen Naturgottheiten wurden in so genannten Neidköpfen bildlich dargestellt und außerhalb der Kirchen angebracht. Wahrscheinlich wurden sie auch mit einer Zeremonie gebeten, weiterhin ihrer Aufgabe nachzukommen, aber dem neuen Christusgeist den zentralen Platz einzuräumen. Erst Karl der Große hat das Christentum mit dem Schwert und brachialer Gewalt durchgesetzt.


Die Bethe - die drei Bethen - der Name der Göttin

In Kapellen wie auf dem Pilgerberg St. Salvador bei Schwäbisch Gmünd ist die Trinität der alten Göttin erhalten als die drei Bethen, denen zwei Kapellen geweiht sind. In der Taufkapelle in Worms sind sie sichtbar erhalten in den weiblichen Figuren St. Embede, St. Warbede und St. Willbede, im Straßburger Dom als Ainbetta, Worbetta und Vilbetta, als Ortsname erhalten im Pilgerort Bethen bei Cloppenburg. Dort ist sie als Trinität zu spüren und ich bin immer wieder überrascht, wenn ich feststelle, wie feinfühlig für die alte Qualität die Neuzeitmenschen sind: die so seltene Statue „Annadrittselb“ ist hier aufgestellt. Das ist die christliche, weibliche Trinität der Mutter von Maria, die Anna, Maria selbst und das Kind. Ein lebendiger Pilgerort wie dieser öffnet jeden Tag die Tür für viele Menschen, die sich Segen holen, der hier auch fühl- und sichtbar erteilt wird. Die Pieta wirkt hier als Mittler zwischen der Segenskraft und den suchenden Menschen.

Die Bethe ist die große Mutter, die 3 Bethen ist die Unterteilung ihrer Qualitäten: die weiße Jungfräuliche, die rote Göttin des Lebens, die schwarze Göttin der Wandlung. Angehoben in ihrem Bewusstsein, sozusagen vergeistigt finden wir sie wieder in Maria, auch Margarethe, die den Drachen bändigt, in Barbara und Katharina. Statt die drei Bethen wurden sie umbenannt in die drei Betfrauen. Trotzdem wurden sie uns in ihrer ursprünglichen Form erhalten und auch in ihren Qualitäten, spürbar in oben genannten Orten.

Barbara mit dem Turm, Margarethe mit dem Wurm, Katharina mit dem Radel, das sind die drei heiligen Madel.

In ihren Beigaben erkennen wir die alten umgewandelten Bethensymbole wieder: vom Turm zum Kelch, vom Keltenkreuz zum Rad der Jahreszeiten, vom Drache zur Lebenskraft.

Die Weiße Göttin – Ambetha

Sie ist die Göttin, die allem Neuen Leben spendet. Der Wurm, der Drache, ist die jugendliche Lebenskraft, die sie zu beherrschen hat. Ursprünglich war sie die personifizierte Strahlung des Mondes. Der wechselnde Rhythmus des Mondes mit seinen Mondphasen, die sinnbildlich den immer wiederkehrenden Neubeginn darstellen und mit seiner sanften Strahlung zum Neuen, Jungen, Unerfahrenen wurde – zum unbeschriebenen Blatt. Ambeth wurde später zur Margarethe, manchmal auch zur Magdalena als jungfräuliche Bezwingerin des Drachens in seiner niederen Gefühlsnatur, einer vergeistigten Kraft wegen. Wir finden ihren Einfluss seit der Jahrtausendwende als neue Kraft auf allen Orten der Kraft. Ihre Ausstrahlung macht sich vor allem in der beginnenden Abenddämmerung bemerkbar.

Die Rote Göttin – Wilbetha

Im Rad finden wir das Keltenkreuz, eine Darstellung des keltischen Rades der Wiedergeburt bzw. als Schicksalsrad. Das Rad mit vier Speichen ist Symbol der vier Jahreszeiten oder der vier Elemente. Mit 12 Speichen sind die 12 Monate gemeint oder die 12 Phasen unsere Lebens im Aufstieg. Deshalb vertritt sie manchmal auch die Gesamtheit der 3 Göttinnenaspekte. Die Sonne, die Farbe rot sind Sinnbilder der lebensbejahenden Kraft des Lebens. Als Maria vertritt sie in einer Person alle Aspekte der Schicksalsgöttin als lebendes Vorbild. Später wird Wilbetha vertreten durch Katharina. An ihren Orten ist viel feuriger Äther zu finden und Lebenslust. Ihre Orte sind besonders lebendig ab 1. Mai bis Lugnasad, Anfang August und auch zur Zeit des Sonnenaufgangs.

 
   

Die Schwarze Göttin - Borbetha

Der Turm wird zum Kelch im Alter der Weisheit. Sie ist die Alte, die den Tod willig in ihrem Schoße birgt, wissend, dass dort das Tor in den erweiterten Kosmos führt und schwarz ist sie wie die Erde, in die der Körper des Verstorbenen zur Obhut übergeben wurde. Ihr Name wurde zur Barbara. Sie wird auch die Göttin der Wandlung genannt, jedoch im Sinn des Vergehens, des Loslassens im Gegensatz zu Ambeth im Sinn des Werdens. An ihren Orten erleben wir nach der Dämmerung, wenn es wirklich dunkel geworden ist, die Qualität der Geborgenheit und das Vertrauen in alles Geschehen. Oft, und dann nenne ich es den Springbrunnen der Frau Holle, wirbeln silberne oder goldene Lichtfunken durch dieses Kraft.

Kaum ein anderes Volk hat die göttliche Mutter mit so viel Inbrunst verehrt wie die Kelten. Die Kelten sahen in allen Göttinnen als Vertreterinnen des weiblichen Prinzips zuerst einmal die Mutter, selbst wenn diese sich ins Gegenteil verkehrt haben wie bei Kriegsgöttinnen, die töten statt Leben zu geben, verhungern ließen, statt zu nähren, bedrohten statt zu schützen. Sie war diejenige, die geben und nehmen konnte in einem wohlgeordneten Lebenskreislauf. Dieser reichte bis in den Tod hinein, der als rückgestautes Leben erlebt wurde, um mithilfe des schöpferisch zeugenden Gottes der Anderswelt neue Formen zu gestalten. In Indien ist sie mit Kali oder Durga zu vergleichen, die in Krisensituationen bereitwillig ihre transformative Kraft spendet, wenn wir die Furcht und den Ärger überwinden, um das Schicksal anzunehmen.

Die starke Betonung des Mütterlichen mischt sich bis ins Christentum in einigen Gegenden in die religiösen Vorstellungen. Im Norden lebt sie in den Feen weiter, in Ackerbaugebieten wie Polen und Bayern in Maria, die an erster Stelle immer noch als Fürbitterin zum göttlichen Reich steht. Marienwallfahrtsorte haben nie an ihrer vorchristlichen Kraft verloren.

Die Reiche der Muttergöttinnen sind ineinander verwoben wie die Schöpfungsmythen selbst. Wir können eine nicht ohne die andere wirklich verstehen. Jeder Schöpfungsmythos, ob griechisch, babylonisch, chinesisch oder andere, wir finden folgendes immer wieder:


Der Anbeginn der Zeit gehört zum Machtbefugnis der Schwarzen Göttin. Solange man darinnen verharrt, gibt es nur den Kreislauf im Werden und Vergehen, in unserer Zeit eventuell als Stillstand empfunden. Diese Epoche dauerte auch sehr, sehr lange. Der Mensch ist. Er ist eingehüllt, er steht still und verändert sich kaum. Er nimmt alles als gegeben an, akzeptiert, was ist und will nirgendwo hin. Er hat keine Vorstellung von Streben und Zielen. Er ist ihr Körper. Er fühlt sich in ihr geborgen und will nicht mehr als das, was ist. Dieses Gefühl vermitteln noch heute ihre Orte (Kleinknetener Steine, Goldberg in Hude).

Die Zeit nach jeder Veränderung, die Zeit des Aufbaus und Auslebens, der Beginn eines neuen Zyklus, die Zeit der Differenzierungen, der Neuordnungen, wie der Verteilung von Verantwortlichkeiten wie zur Zeit des Zeus, das ist die Zeit der roten Göttin, der Göttin der Lebensaktivität an sich, zu vergleichen mit der Zeit des Menschen zwischen dem 20. und 50.igsten Lebensjahren. Entwicklungsgeschichtlich gesehen ist es die Zeit, in der sich das Kollektiv der Menschheit aus der Übermacht des stoischen Lebensgefühls der Urzeit befreit hat und Ideologien auslebt. Die Götter selbst kämpfen um gut und böse und der Mensch versucht noch in Bildern und Gleichnissen das Leben als solches zu verstehen und zu meistern. Der Mensch ist Emotion und Gefühl. Dies ist jedoch auch das Sinnbild der Illusionen. Ihre Orte stärken das Lebendigsein, die Freude des Feierns und Geselligkeit. Besonders aktiv sind ihre Orte zwischen Beltane, dem 1. Mai und Lugnasad, Anfang August (Steine am Alten Postweg Steinkimmen).

Die Weiße Göttin ist die Jungfräuliche. Sie hat die gesamte Zukunft vor sich. Sie ist das Werden, die Unschuld. Sie hat noch nicht gelebt. Alle Erfahrung liegt noch vor ihr. Sie ist immer die Göttin der Neuzeit, des Umbruchs, die Zeit der Suche. Ihre Zartheit entspricht heute der Vergeistigung des Kommenden, die Ideale die sich vom Körperlichen zu trennen scheinen. Sie ist Seele. Sie ist die Sophienkraft, die seit 2500 Jahren als Erleuchtung über Buddha, seit 2000 Jahren als Christusbewusstsein über Jesus und seit 1500 Jahren als Liebe der Sufibewegungen des Mohammed sich ringend den Weg ins Erdenbewusstsein sucht. Sie ist das Seelische in uns – welches sich noch an die 12-tausend Jahre zurückliegende Zeit erinnert, in der das Goldene Zeitalter unter der Obhut des Sternbildes der Jungfrau den Menschen glücklich machte. An ihren Orten suchen wir diese Qualität – im Sauerland.